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Bahnhof Küstrin Neustadt

Hauptbahnhof

 

Das Gebäude wurde 1875 in Betrieb genommen. Der Entwurf des Bahnhofes stammt von Eduard Römer (1814-1895). Der Bahnhof wurde am Eisenbahnknotenpunkt der Preußischen Ostbahn und der damals privaten Eisenbahntrasse Breslau-Stettin errichtet. Man fand eine besondere Lösung für die Streckenkreuzung, eine einzigartige Konstruktion, die aus zwei Ebenen bestand.

 

So bekam Küstrin noch im Jahre 1857 eine Anbindung an die Preußische Ostbahn und nach Frankfurt (Oder). Im Jahre 1867 bekam die Stadt letztendlich eine direkte Verbindung nach Berlin. Der Bau der Eisenbahnlinie in Küstrin war mit großen Schwierigkeiten verbunden. Die Festung musste umgebaut werden, damit sie weiter ihre Verteidigungsfunktion erfüllen konnte. Neue Brücken über Flüsse und Kanäle, welche die Stadt teilten, waren notwendig.

 

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde Küstrin zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt der Preußischen Ostbahn. Die Tatsache, dass im Jahre 1882 täglich 130 Personenzüge den Küstriner Bahnhof anfuhren, ist nur ein Beweis für die große Bedeutung des Bahnhofes. Die Lage Küstrin und die Existenz der Festung trugen dazu bei, dass die Eisenbahnkreuzung eine militärische Bedeutung bekam und die Entwicklung der Festung sowie Garnison beeinflusste.

 

Der Verkehrsknotenpunkt gab bedeutende Impulse für die Entwicklung der Neustadt. Die Vorstadt von ursprünglich ländlichem Charakter, die sich rund um den Bahnhof befand, verwandelte sich in den größten und den am stärksten besiedelten Stadtteil mit einem industriellen Antlitz.

 

Bahnsteig Küstrin Neustadt

 

Dank der Eisenbahnlinie kamen prominente Gäste nach Küstrin. Am 22.10.1861 war Wilhelm I, der König von Preußen (später der erste deutsche Kaiser), der nach den Krönungsfeierlichkeiten in Königsberg nach Berlin zurück fuhr, auf der Durchreise in Küstrin.

Kaiser Wilhelm II. wurde auf dem Küstriner Bahnhof von der Bevölkerung drei Mal jubelnd begrüßt, 1888, 1889 und 1903.

Im April 1867 bewunderte das Ehepaar Fjodor und Anna Dostojewski die Küstriner Festung aus einem Fenster des Zuges.

Am 17. Mai 1895 fuhr Bolesław Prus durch Küstrin, der in seinem Buch "Notizen von der Reise nach Berlin" die Stadt wie folgt beschrieb: "Wir sind in Küstrin, Kostrzyn, einer Festung an der Mündung der Warthe in die Oder. Aus den Waggonfenstern kann man viel Wasser, zwei Eisenbahnbrücken und eine Bastion sehen...". Weiter notierte er: "Heute gibt es in Küstrin etwa 15 Tausend Einwohner, Maschinen-, Zigarren-, Malz- und Stärkefabriken. Es gibt hier auch eine Dampfmühle, eine Brauerei, und eine Fabrik für Kupfer- und Messingerzeugnisse..."